Studie über die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in verschiedenen Wirtsgesteinen fertig gestellt

Erstellung von Grubenräumen im Untertagelabor in Mont Terri (Tonstein, Schweiz)

Die Bundesregierung plant die Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für ausgediente Brennelemente und hochradioaktive Abfälle neu zu regeln. In diesem Zusammenhang sollen Standorte in unterschiedlichen Wirtsgesteinen im Hinblick auf ihre Eignung betrachtet werden. Vor dieser aktuellen Diskussion erhält eine gerade von der DBE TECHNOLOGY GmbH fertiggestellte Studie, die einen Überblick zum Stand der Endlagerung in verschiedenen geologischen Formationen gibt, eine besondere Bedeutung.
2008 wurden die DBE TECHNOLOGY GmbH und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vom Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe, Wassertechnologie und Entsorgung – (PTKA-WTE) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mit der Studie „Entwicklung und Umsetzung von technischen Konzepten für Endlager in tiefen geologischen Formationen in unterschiedlichen Wirtsgesteinen (EUGENIA)“ beauftragt. In dieser Studie wurde - im Hinblick auf eine mögliche Übertragung auf deutsche Standortregionen – an Hand weit fortgeschrittener internationaler Projekte der Stand von Planung, Errichtung und Betrieb von Endlagern für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle recherchiert. Weiterhin wurden die Eigenschaften der betrachteten Wirtsgesteine Salz, Tonstein und Kristallin sowie die angewandten Standortauswahl- und -erkundungsverfahren beschrieben.
Es besteht weltweit Konsens, dass hochradioaktive Abfälle und ausgediente Brennelemente durch die Einlagerung im tiefen geologischen Untergrund langfristig und sicher vom Lebensraum des Menschen und seiner Umwelt isoliert werden können. International geltende Sicherheitsstandards und -prinzipien und nationale Regelwerke bilden den regulatorischen Rahmen für Planung, Bau, Betrieb und Verschluss von Endlagern. Die Suche und Auswahl von geeigneten Standorten erfolgt nach länderspezifischen Gesichtspunkten. Dabei spielen sowohl die jeweils verfügbare Wirtsgesteinsformation als auch Art und Menge der Abfälle und politisch-gesellschaftliche Aspekte eine Rolle. Endgültige Standortentscheidungen sind in Finnland und Schweden bereits getroffen worden. In allen Ländern wurden die technischen Endlagerkonzepte unter Berücksichtigung der lokalen Standortbedingungen sowie der Art und Menge der radioaktiven Abfälle entworfen. In der Studie wurde festgestellt, dass für alle potentiell geeigneten Endlagermedien (Kristallin, Tonstein und Salz) geeignete Endlagerkonzepte entwickelt wurden. Die Eigenschaften der Wirtsgesteine prägen dabei sowohl die Auslegung als auch die Methoden und Verfahren zur Herstellung und zum Betrieb des Endlagerbergwerks. Weiterhin bestimmen sie die technischen Lösungen für eine mögliche Rückholung. Die Wirtsgesteinseigenschaften sind auch für die Auslegung der technischen und geotechnischen Barrieren entscheidend. Während im Kristallin korrosionsresistente Behälter die Hauptfunktion zur Rückhaltung der Radionuklide gewährleisten müssen, übernehmen in Tonstein und Salz die Wirtsgesteine diese Funktion. Aufgrund ihrer plastischen Verformbarkeit, der hohen Wärmeleitfähigkeit, der Trockenheit und der großen Mächtigkeit von Salzformationen bieten sich Salzstöcke für die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle an. Darüber hinaus belegen mehr als 150 Jahre Erfahrung im Salzbergbau, dass Bergwerke in Salz sicher hergestellt und betrieben werden können.

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