Entwicklung von Überwachungskonzepten für HAW Endlager auf europäischer Ebene

Die erfolgreiche Umsetzung eines Endlagerprogramms für radioaktive Abfälle stützt sich sowohl auf technische Aspekte einer fundierten Sicherheitsstrategie und wissenschaftliche und ingenieurtechnische Kompetenz als auch auf soziale Aspekte wie Akzeptanz und Vertrauen von Seiten der Interessengruppen. Monitoring gilt als Schlüssel, wenn es darum geht, beiden Aspekten gerecht zu werden. Nicht nur ist es wichtig, die technische Sicherheitsstrategie und Qualität der Technik zu untermauern, Monitoring kann auch ein wichtiges Instrument für die öffentliche Kommunikation sein und damit in der Öffentlichkeit zum allgemeinen Verstehen der Endlagerabläufe und zur Vertrauensbildung in die prognostizierte Endlagerentwicklung beitragen. 

Aufbauend auf den Ergebnissen des 2013 abgeschlossenen MoDeRn-Projektes, das eine internationale Rahmenrichtlinie für das Monitoring von Endlagern für hochradioaktive Abfälle bereitstellte, hat MODERN2020, gefördert von der Europäischen Kommission, das Ziel, die Grundlagen zur Entwicklung und Umsetzung eines effizienten Endlagerüberwachungsprogramms bereit zu stellen, das die spezifischen Anforderungen nationaler Programme berücksichtigt. Die Arbeit ermöglicht fortgeschrittenen Entsorgungsprogrammen Überwachungssysteme zu entwerfen, die einsetzbar sind, wenn die Endlager in Betrieb gehen, und unterstützt weniger entwickelte Programme, wenn es darum geht, von Grund auf Überwachungssysteme neu zu konzipieren.

Ziel ist es, zu verstehen, was im Rahmen eines Sicherheitsnachweises zu überwachen ist, und eine Methodik zur Verfügung zu stellen, wie Überwachungsergebnisse verwendet werden können, um Prozesse zur Entscheidungsfindung zu unterstützen. Weiterhin soll erarbeitet werden, welche Handlungsoptionen als Reaktion auf Monitoringergebnisse möglich und sinnvoll sind. 

Ein Hauptaugenmerk von MODERN2020 liegt auf der Entwicklung von Konzepten zur Überwachung geotechnischer Barrierensysteme (TBS), ohne deren Dichtwirkung zu beeinträchtigen. Außerdem sollen innovative Überwachungstechniken entwickelt und verbessert werden, insbesondere auf dem Gebiet der kabellosen Datenübertragung und alternativer Stromversorgung. Darüber hinaus hat MODERN2020 das Ziel, lokale Interessengruppen effektiv in die FuE-Monitoring-Aktivitäten einzubinden. Auf dem kürzlich in Stockholm durchgeführten Workshop wurden erste gemeinsame Eckpunkte für Monitoring-Strategien festgelegt. Weitere Informationen können der MODERN2020 Webpage entnommen werden: www.modern2020.eu 

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