Konzeptentwicklung für ein HAW-Endlager in flach lagernden Salzstrukturen in Deutschland und Überprüfung der Übertragbarkeit des für ein Endlager in Salzstöcken entwickelten Sicherheits- und Nachweiskonzeptes (Acronym: KOSINA)

Bohrlokation im Endlager Morsleben

Entsprechend dem Endlagerstandort Auswahl Gesetz (StandAG) soll ein Endlagerstandort gefunden werden, der die höchste Sicherheit für mindestens 1 Mio. Jahre gewährleisten soll. Diese Vorgehensweise erfordert einen Vergleich verschiedener alternativer Endlagersysteme in unterschiedlichen Wirtsgesteinen. Seit Beginn der Endlagerforschung in den 60er Jahren wurde Steinsalz aufgrund günstiger Eigenschaften und über 100 Jahre Bergbauerfahrung als die beste Wirtsgesteinsoption betrachtet. Daher wurden Endlagerkonzepte sowie Sicherheits- und Nachweiskonzepte für Salzstöcke entwickelt. Seit mehr als 15 Jahren wurden darüber hinaus im Rahmen von Forschungsprojekten, die vom BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) gefördert wurden, für Ton- und Kristallinformationen generische Endlagerkonzepte entwickelt und Sicherheitsuntersuchungen durchgeführt. Vor kurzem entschied das BMWi außerdem Sicherheitsuntersuchungen an Endlagersystemen in flach lagernden Salzformationen zu beginnen, um das Spektrum von Endlagerkonzepten in potentiellen deutschen Wirtsgesteinen zu vervollständigen. Im Juli 2015 beauftragte das BMWi zu diesem Zweck die DBE TECHNOLOGY GmbH mit der Durchführung des FuE Projektes KOSINA.

Ziel des Projektes ist es, ein technisches Konzept für ein Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle und ausgediente Brennelemente auf der Grundlage eines standortunabhängigen geologischen Modells für flach lagernde Salzformationen zu entwickeln. Dies soll ebenfalls die Entwicklung eines Sicherheits- und Sicherheitsnachweiskonzeptes einschließen. Die erwarteten Projektergebnisse sollen eine technisch-wissenschaftliche Basis für eine sicherheitsorientierte Bewertung von Endlagersystemen in verschiedenen Wirtsgesteinen entsprechend dem Endlagerstandort Auswahl Gesetz liefern.

Um diese Ziele zu erreichen, haben die BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und rohstoffe), die GRS (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH, IfG (Institut für Gesteinsmechanik) und die DBE TECHNOLOGY GmbH ihre wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen kombiniert und ein geeignetes Arbeitsprogramm entwickelt. Die ersten Schritte des Arbeitsprogramms umfassen die Erarbeitung und Zusammenstellung der Datenbasis (Typen und Mengen von Abfällen, Designanforderungen), die Beschreibung einer geeigneten generischen geologischen Situation sowie die Überprüfung existierender Sicherheits- und Sicherheitsnachweiskonzepte. Die nächsten Schritte sind die Entwicklung eines generischen geologischen Modells, einschließlich der Ableitung von Modellparametern, die Entwicklung eines Sicherheits- und Sicherheitsnachweiskonzeptes und die Analyse der geomechanischen Integrität. Die Aufgaben der DBE TECHNOLOGY GmbH schließen die Entwicklung von technischen Endlagerkonzepten ein, wobei 4 Varianten zu betrachten sind (Streckenlagerung von POLLUX®-Behältern, vertikale und horizontale Bohrlochlagerung sowie direkte Endlagerung von CASTOR®-Behältern). Die Bewertung der langzeitigen radiologischen Konsequenzen sowie Untersuchungen zur Betriebssicherheit vervollständigen das Arbeitsprogramm. Der Abschlussbericht wird möglicherweise veröffentlicht.

Das im Juli 2015 gestartete Projekt soll in Februar 2018 beendet werden.

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